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Kur und Quellen
Geschichte der Karlsbader Kur
Den warmen Quellen auf dem Gebiet des heutigen Karlsbads sprachen die Leute eine Heilkraft angeblich bereits längst vor der Gründung der Stadt zu. Die erste historisch erhaltene Behandlung erfolgte allerdings am Ende des 14. Jahrhunderts, als Karl IV. seine kranken Füße im Mineralwasser einer der Quellen badete.
Seitdem bis zum 16. Jahrhundert hielten sich die Karlsbader Ärzte ausschließlich an dieser Art Kurbehandlung. Der Impuls für Nachdenken über die Nutzung des Quellwassers auch zur Einnahme kam vom Arzt Václav Payer im Jahre 1521. Zur Vollkommenheit brachte jedoch erst Dr. David Becher diese Methode, welcher sich gleichzeitig um die Ausgewogenheit der Trinkkuren Verdienste erworben hat.
goldene Zeiten
Das Kurbad erlebte seine Höhen und Tiefen. Die Besucheranzahlen wurden sowohl von den Naturkatastrophen, als auch von den Kriegskonflikten beeinflusst. Seit dem 18. Jahrhundert begann Karlsbad sich zu entwickeln und seine Stelle unter den anderen europäischen Kurorten wuchs in deutlicher Weise. Es wurden die ersten öffentlichen Kurgebäude und Bauten gegründet. Die Stadt entwickelte sich günstig nicht nur dank der vermögenden Kurpatienten, sondern auch dank der Einkommen vom Verkauf des Mineralwassers und des Sprudelsalzes.
Der berühmte europäische Kurort verstummte für beinahe 80 Jahre
Die Beliebtheit Karlsbads wuchs ständig und die Anzahl der Besucher erhöhte sich jährlich bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs. Danach kam die Weltwirtschaftskrise, der Zweite Weltkrieg und schließlich die Verstaatlichung. Jedes Mal, wenn der Kurort begann sich von einer „Katastrophe“ zu erholen, kam ein anderer Schicksalsschlag.
Nach der Samtenen Revolution (1989), als die Demokratie wieder zu Wort kam, wurden die verfallenen Gebäude allmählich umgebaut und die Kurbetriebe modernisiert. Seitdem ist das Kurbad wieder in der Lage, mit den anderen europäischen Kurstädten zu konkurrieren.
Indikation der Kurbehandlung
Dank der spezifischen Eigenschaften der Karlsbader Mineralquellen sowie der Möglichkeit deren fast universellen Nutzung werden in Karlsbad Patienten mit verschiedensten Erkrankungen behandelt. Zu den am häufigsten geheilten gehören die folgenden:
- Erkrankungen des Verdauungssystems
- Stoffwechselstörungen
- Diabetes
- Gicht
- Fettleibigkeit
- Parodontose
- Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Leber-, Bauchspeicheldrüse-, Gallen- und Gallenwegeerkrankungen
- Zustände nach onkologischen Krankheiten
- neurologische Erkrankungen
- u.a.
Die Angebote von Heilprozeduren unterscheiden sich leicht von Sanatorium zu Sanatorium. Es hängt von der Spezialisierung und Ausstattung der Anstalt ab.
Hier finden Sie die Liste von Kurhotels und Sanatorien.
KOLONNADEN UND QUELLEN
Dank der warmen Heilquellen verbreitete sich die Berühmtheit Karlsbads in die ganze Welt. Von 79 Quellen mit verschiedener Stärke sind 13 zusammengefasst - diese werden zur Trinkkur verwendet.
Die Arten von Mineralwasser sind mit ihrer allgemeinen Zusammensetzung ähnlich, allerdings wegen der unterschiedlichen Temperatur und dem Gehalt an Kohlendioxid haben sie verschiedene Wirkungen. Die kälteren Quellen haben meistens eine leicht abführende Wirkung, wobei die wärmeren Quellen eine hemmende Wirkung haben und die Ausscheidung der Galle und die Magensäfte verlangsamen.
Machen Sie einen schönen Spaziergang „auf den Spuren der Quellen“
Gartenkolonnade
Sie diente als eine Promenade des Blanenský pavilonwelcher in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts niedergerissen wurde. Die Kolonnade steht glücklicherweise bis heute und das vor allem dank eines gesamten Umbaus. Direkt unter dem Dach der Kolonnade oder in der Nähe finden Sie drei Heilquellen.
| Name | Beschreibung |
|---|---|
| Quelle Hadí 30°C | Diese Quelle finden die Kurgäste seit 2001; sie enthält weniger Mineralien als die anderen Quellen, allerdings mehr CO2. Aus einem Schlangenrachen fließt sie direkt auf der Gartenkolonnade. |
| Quelle Sadový 47,4°C | In der Mitte des 19. Jahrhunderts strömte sie beim Bohren der Grundmauern für das Kur-Institut der Armee aus. Ursprünglich hieß sie Císařský pramen (Kaiserquelle). Sie strömt auf dem Gelände des Kur-Instituts der Armee neben der Kolonnade. Zugänglich ist sie täglich von 6:00 bis 18:30 Uhr. |
| Quelle Freiheit 60°C | Entdeckt wurde sie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts beim Aufbau von Bad III. Ihren jetzigen Namen trägt sie seit Ende des 2. Weltkriegs. Früher hieß sie Lázeňský (Kurquelle), später trug sie den Namen von Franz Joseph I. Der Altan mit der Quelle finden Sie zwischen Bad III und der Mühlenkolonnade. |
Mühlenkolonnade (1871 - 1881, Josef Zítek)
Die ursprüngliche Vision von Zítek über das Äußere des Neurenaissance-Gebäudes unterschied sich wesentlich von ihrer endgültigen Gestalt. Der berühmte Architekt beabsichtigte sie ursprünglich zweistöckig und noch prachtvoller. Nach dem Fertigbau wurde die Kolonnade mit keiner großen Begeisterung angenommen. Sie passte angeblich nicht zu dem Charakter des Kurzentrums.
Seit 1893, als sie bis zur Quelle Skalní pramen (Felsenquelle) verlängert wurde, ist sie 132 m lang. Unter ihrem Dach, welches von 124 korinthischen Säulen getragen wird, befindet sich eine Orchesterfläche und fünf Mineralquellen. Ihr Gelände ist mit allegorischen Plastiken und Statuen verziert.
| Name | Beschreibung |
|---|---|
| Quelle Skalní 53°C | Bis 1845 quellte sie im Fluss Teplá. Nach Terrainbearbeitungen wurde ihr Wasser an die Orte der heutigen Mühlenkolonnade geleitet. |
| Quelle Libuše 62°C | Ursprünglich Quelle Elisabeths Rosen genannt. Sie entstand durch Verknüpfen von vier kleineren Quellen. |
| Quelle Kníže Václav I 65°C | Das Wasser dieser Sprudel wurde zur Erzeugung vom Karlsbader Heilsalz genutzt. Am Ende des 18. Jahrhunderts konnte sie mit ihrer Stärke und Kraft angeblich mit der Quelle Vřídlo verglichen werden. Die Quelle Kníže Václav wird in zwei so genannten Quellenvasen herausgeleitet. Kníže Václav II fließt vor der Kolonnade gegenüber dem Orchestergelände heraus. |
| Quelle Kníže Václav II 58°C | |
| Quelle Mlýnský 56°C | Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird sie für Kurbehandlungen verwendet; früher vor allem für Bäder. Das Wasser aus dieser beliebten Quelle konnte damals beinahe in allen tschechischen Apotheken gekauft werden. |
| Quelle Rusalka 60°C | Seit dem 16. Jahrhundert bis 1945 hieß sie Nový pramen (Neue Quelle). Das aus ihr herausströmende Wasser war zu damaliger Zeit beliebter als dasjenige aus der Quelle Mlýnský. Sie hatte auch ihre Kolonnade der Neuen Quelle, welche dann später umgebaut und als Mühlenkolonnade benannt wurde. |
Marktkolonnade (1883, Fellner a Helmer)
Das hölzerne im Schweizer Stil gebaute Gebäude sollte gemäß des Plans die Quellen nur ein paar Jahre überdachen. Als sie aber schon seit mehr als 100 Jahren über den Quellen Tržní und Karl IV. stand, ging die Stadt dazu über, sie zu erhalten und komplett umzubauen.
| Name | Beschreibung |
|---|---|
| Quelle Tržní 62°C | Die Quelle ist seit der Entdeckung (1838) einige Male verschwunden und wieder erschienen. Es wurden einige Bohrungen durchgeführt, dank deren die Quelle von den Kurärzten auch heute verschrieben werden kann. |
| Quelle Karla IV. 64°C | Die Heilfähigkeiten dieser Quelle trugen vielleicht zu der Entscheidung Kaiser Karls IV. bei, ein Kurbad hier zu errichten. Die Entdeckung von Karlsbad bekundet dies durch das über der Quelle gesetzte Relief. |
Schlosskolonnade (1911-1913, Friedrich Ohmann)
Diese finden Sie über der Marktkolonnade. Sie besteht aus zwei Teilen: die Kolonnade der Quelle Horní pramen (Hohe Quelle) und die Kolonnade der Quelle Dolní pramen (Untere Quelle). In den Innenräumen der unteren Quelle befindet sich das Relief des Quellengeistes. Die Kolonnade war viele Jahre geschlossen. Für die Öffentlichkeit ist sie seit 2001 wieder zugänglich, als sie vollständig umgebaut wurde.
| Name | Beschreibung |
|---|---|
| Untere Schlossquelle 55°C | Es handelt sich praktisch um eine Quelle, die in zwei Vasen geleitet wird. Allerdings dank größerer Höhe über dem Meeresspiegel des oberen Austritts sowie der physikalischen Gesetzmäßigkeiten hat die Hohe Schlossquelle unterschiedliche Temperatur und Gehalt an CO2 als ihre untere Variante. Die Untere Schlossquelle wird für die Öffentlichkeit zur Marktkolonnade geführt. Der Austritt in der Schlosskolonnade ist nur für die Klienten des Schlossbads bestimmt. Die Plastik des Quellengeistes werden Sie leider nicht sehen. |
| Hohe Schlossquelle 50°C |
Sprudelkolonnade (1969 - 1975, prof. Votruba)
Den Geysir mit heißem Mineralwasser verdeckten seit dem 16. Jahrhundert schon viele Bauten: ein Barockgebäude, eine Empirekolonnade, gusseiserne oder provisorische hölzerne Kolonnade. Der nächste und bisher letzte Bau, der die Sprudel umgibt, stammt aus dem Ende der 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Unter dem Boden der Kolonnade befindet sich die Stelle für Pumpen, Leitung und Wärmeregulation des Sprudelwassers. Es gibt hier auch Räume, wo Aragonit die Karlsbader Souvenirs „bewächst“. Im alten Teil des Sprudeluntergrundes wird bald ein Exkursionsweg und auf dem ersten Stock eine Ausstellung von Mineralien wieder zugänglich gemacht werden.
| Name | Beschreibung |
|---|---|
| Quelle 72°C | Dieser Geysir wirft durchschnittlich 2000 Liter Mineralwasser pro Minute aus. Heute ist sie die einzige für Bäder verwendete Quelle. Sie wird jedoch auch bei Trinkkuren genutzt. Auf dem Gelände der Kolonnade befinden sich insgesamt 5 Behälter mit Quellenwasser mit Temperaturen von 72, 57 und 41°C. Die Säule des Quellenwassers kann dank des Druckes in eine Höhe bis 12 m aussprudeln. |
Die Zehn Regeln für die Karlsbader Trinkkur
Das Karlsbader thermale Mineralwasser ist eine komplizierte, hoch konzentrierte Mischung von natürlichen Stoffen. Es ist nicht für ständige oder nicht regulierte Anwendung bestimmt.
- Es wird empfohlen, das Karlsbader Thermalmineralwasser ausschließlich nach einer Konsultation durch einen Kurarzt mit entsprechender Fachausbildung anzuwenden.
- Für das Erreichen eines vollständigen Heileffektes wird es empfohlen, das Karlsbader Thermalmineralwasser in der Nähe von Quellenaustritten anzuwenden.
- Es wird empfohlen, das Karlsbader Thermalmineralwasser ausschließlich aus den traditionell geformten Porzellan- oder Glasbechern zu trinken.
- Es ist nicht geeignet, die Heilkur mit Alkoholkonsum oder mit Rauchen von Tabakprodukten zu kombinieren. Schädlich ist auch ein passives Inhalieren des Tabakrauchs.
- Ein Bestandteil der Trinkkur ist auch körperliche Bewegung. Es wird deshalb empfohlen, das Wasser beim langsamen Gehen anzuwenden.
- Die Trinkkur sollte in einem geistigen Wohlbefinden erfolgen, ohne Eile, bei Entspannung.
- Es wird empfohlen, die Trinkkur in vom Arzt festgelegten Zeitabschnitten zu wiederholen.
- Die Trinkkur ist eine kleine Feier; während ihr dürfen die anderen Klienten gestört werden.
- Das Mineralwasser darf nicht zum Gießen der wachsenden Pflanzen in der Umgebung verwendet oder auf den Boden des Kolonnadengeländes gegossen werden.
- Bei Abnahme des Wassers aus der Quellenvase darf der Quellenständer oder die Ausgussdüsen aus hygienischen Gründen nicht berührt werden.
Zusammenhängende Links:
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+420 355 321 161
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